Freitag, 4. September 2015

Freitagspost: Vielleicht, eines Tages, irgendwann

Kommentare:
 

Da stapeln sich zu viele Bücher, die ich vielleich noch lese, vielleicht noch Interesse daran finde. Vielleicht, eines Tages, irgendwann.

Ich miste aus, ich will das nicht mehr sehen. Benjamin Stuckrad Barre soll sich sein verdammtes Soloalbum sonstwohin schieben, ich mag seine Schreibweise nicht. Und Game of Thrones hatte ich mir auch besser vorgestellt.

Der Tisch ist leer, der Kopf ist voll. Ich fühle mich freier, aber nicht befreit. 

Manchmal brauchen wir die ganz große Katastrophe, um im Moment zu leben. Wir planen jedes Detail voraus, tragen Termine im Kalender ein, halten akribisch daran fest, es soll bloß nichts dazwischen kommen.

Wenn ich wütend bin, miste ich grandios aus. Endlich dieses blöde Kleid weggeben, diese Schuhe in den Container werfen, die ich eben nicht vielleicht, eines Tages, irgendwann tragen werde. Ha, könnte ich laut rufen, jetzt befreie ich mich endlich von unnützem Ballast und ab heute wird alles anders.

Zwischen Verpflichtungen, Zweifeln und den ganzen gut gemeinten Meinungen suche ich - mitten im Chaos - nach meinen Wünschen, Zielen und was man da noch so dazu sagt. Ich muss ganz viel Müll zur Seite räumen und ganz tief graben und vielleicht, eines Tages, irgendwann finde ich, was ich da suche.

Monotonie, Normalität, Erstickungsanfälle.

Wenn jeder Tag gleich ist, sich nahtlos an den nächsten reiht, bleiben wir da nicht auf der Strecke? Wenn die Angst jede Minute beherrscht, die Angst einen Fehler zu begehen, das falsche Essen, die falsche Kleidung, der falsche Moment. 

Vielleicht, eines Tages, irgenwann wird alles möglich sein. Mehr Platz zum Träumen, zum Atmen und mehr Platz für unnütze Bücher von versoffenen, frustrierten Journalisten. (Sorry, Benjamin)



"Aber eins weiß ich mit Sicherheit: dass wir das Leben führen, für das wir uns entscheiden. Dass wir so tief fallen, wie wir es zulassen, dass wir so weit sehen, wie wir es wagen, die Augen zu öffnen. 

Und dass die Worte, die wir sprechen, nur so lange weiterklingen, wie wir ihnen Nachdruck verleihen."

Lilly Lindner - Splitterfasernackt








Kommentare:

  1. lovely both!

    www.bstylevoyage.blogspot.com

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  2. Oh, schwere Worte für einen so schönen Tag wie Freitag, aber ich kann das so nachempfinden!..das mit der Routine und sich davon befreien. Serh schön!

    Liebst, Colli
    tobeyoutiful

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  3. Ja wahrhaft worte die einen irgendwie melancholisch stimmen. Trotzdem sehr schön verfasst! :)
    Ohne das Thema beim Namen zu nennen hast du es sehr schön rüber gebracht

    Liebste Grüße
    www.modewunsch.de

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  4. Das ist ein richtig toller Post. Und du fasst meine Grundstimmung echt gut auf... Manchmal kommt es mir so vor, als wäre man in dieser Welt niemand, wenn man nicht den Schreibtisch und den Kopf voll hat. Auch wenn es oft nur Vielleicht, eines Tages, irgendwann Dinge sind.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Casey

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  5. ich kenne das gefühl, wenn man glaubt, zu ersticken. interessant, dass es dann nicht nur im kopf stattfindet, sondern dass sich dieses gefühl dann auch in zu viel hab und gut widerspiegelt. ich bin auch so, dass ich dann ausmisten muss. und dann kommen bücher weg, und kleidung, und vieles andere. aber danach geht es einem, wenigstens ein bisschen, besser. aber generell liegt dieses gefühl dann eher an anderen dingen, die man dann aus seinem leben entfernen muss. weniger an materiellen sachen. an menschen, oder an der eigenen persönlichkeit oder psyche, die einem einen streich spielt. ich bin oft so verkopft, dass ich am liebsten in meinem eigenen kopf ausmisten möchte, aber so ist das vllt mit den nachdenklichen, den kopfmenschen ... das kann auch eine bereicherung sein, was denkst du? ich würde niemals so blöd sein wollen wie manch andere.

    lg
    dahi

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  6. Cooler Post und weise Worte! Der letzte Satz ist echt genial.

    GLG, Tina

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