Freitag, 27. Februar 2015




Es war ein sonniger, kühler Herbsttag. Ich kämpfte mit einer Erkältung und fühlte mich schon ziemlich schlapp, wie ich da morgens in der Straßenbahn in den Vorort fuhr. Mission: Einen Tag lang eine Stromableserin begleiten für die Mitarbeiterzeitschrift des Unternehmens, in dem ich damals arbeitete. Kamera und Notizblock im Gepäck wusste ich nicht so recht was mich erwartete. 

Die Ableserin war eine robuste und stämmige Frau, erzählte von ihren Kindern und Enkeln, sie kämpfte sich die Treppen fast schon müheloser hinauf als ich. Mietshäuser, Wohnhäuser, Treppen rauf und Treppen runter. Ich fühlte mich voyeuristisch, wie ich in all diese Häuser trat und diesen Menschen in ihren eigenen vier Wänden begegnete. 

Fast schon am Ende der Strecke klingelten wir an einem freundlichen Ein-Familien-Haus. Eine sehr liebenswürdige Frau öffnete uns die Tür, ihr Ehemann führte uns in den Keller. Das Haus war blitzsauber, das Ehepaar wirkte wie die Großeltern, die ich nie hatte. Im Kellerraum hingen viele Bilder an der Wand. Und andere Dinge. Dinge, die ich nur aus dem Film kannte. Es waren Kriegsabzeichen. Hakenkreuze. Symbole eines der schlimmsten Verbrechen der Menschheit. Im Kellerraum des liebenswürdigsten Ehepaares unserer Strecke. Ich konnte der Frau nicht mehr in die Augen schauen. 

Kurz darauf, ich habe die Ableserin wieder alleine ihrer Arbeit überlassen, setzte ich mich in ein Café im Vorort, wartete auf die Straßenbahn und fühlte mich wie betäubt. Als kleines Mädchen war ich ein Bücherwurm, verschlang die Jugendromane von Klaus Kordon und vieles mehr in dieser Art. Ich habe mich geschämt. So sehr geschämt, deutsch zu sein. Geschämt, Teil eines Volkes zu sein, dass vor weniger als hundert Jahren einen Genozid begang. Ein Volk, das ein anderes Volk systematisch auszurotten versuchte, wobei jeder Goldzahn weiter verwertet werden sollte, es sollte experimentiert und dokumentiert werden. Was sind das für Menschen und warum nur wurde ich in dieses Volk geboren? Es fiel mir sehr schwer, damit in meiner Kindheit klar zu kommen. 

Mittlerweile versuche ich mich an diese Menschen zu erinnern, die Widerstand leisteten, die Mutigen und die Selbstlosen. Ich denke an Willi Graf und an Max Braun. Ich denke an Regisseure, die auch heute noch Filme drehen wie "Die Kriegerin". 

Ich weiß nun, dass wir nicht alle gleich sind und ich mich nicht schämen muss für meine Herkunft. Doch ich weiß auch, dass der Hass noch in den Herzen ist. 

Und wir dürfen nie vergessen.






Wer nicht von dreitausend Jahren
sich weiß Rechenschaft zu geben,
bleib im Dunkeln unerfahren,
mag von Tag zu Tage leben.

- Johann Wolfgang Goethe




Pictures by Christine - taken at Volkshotel Amsterdam


Letzten Donnerstag machte ich mich auf nach München zur diesjährigen Inhorgenta! Die Inhorgenta ist eine große Schmuckmesse, die bereits zum 42. Mal stattgefunden hat. Trotzdem kannte ich die Messe nicht mal, ich hörte zum ersten Mal von der Inhorgenta, als die Anfrage als Gastblogger davon zu berichten in mein Postfach flatterte. Auf dem Blog der Inhorgenta sind schon einige Beiträge von mir zu finden - jetzt berichte ich aber hier auch noch von meinen Highlights!


Opulenz

Das erste Bild oben und das Bild mit dem Haarschmuck zeigt beides die schönen, handgemachten Stücke vom israelischen Label La Hola. Die Swarovski-Steine und die bunten Armbänder sowie der schöne Haarschmuck gefallen mir besonders gut und ich konnte mich kaum losreißen von diesem Stand - so pretty!! Mehr über opulente Stücke hier auf dem Blog der Inhorgenta. 




Uhren-Trends


Armbanduhren sind langweilig? Dachte ich früher ehrlich gesagt selbst, aber da muss man sich nur mal richtig umschauen. Jacques Lemans zeigt in der Kollektion "La Passion" wirklich aufregende Armbanduhren: Animal-Prints, Perlen, Glitzer. Mehr über spannende Uhren-Trends hier



Bling, bling



Glitzer, glitzer - hier bei Dyrberg/Kern mit Swarovski-Steinchen und Herzchen. Mehr Highlights für diebische Elstern auf dem Inhorgenta Blog



Verspielt und filigran


Das ist wohl mein Lieblingsthema - gerade die verspielten und filigranen Stücke haben es mir besonders angetan. Die süße Mieze und die "Love" Anhänger sind vom griechisch-deutschen Label "Kiss The Frog" - die hatten so süße Sachen. Frösche, Schlangen, Miezen, Krönchen. Einfach zuckersüß! Auf dem Inhorgenta Blog hatte ich hier auch davon berichtet. 







Diese zarten Ohrringe sind vom "Origammi Atelier" - eine griechische Marke. Alles handgemacht! Die Ohrringe sehen so filigran aus, fast wie aus Papier, als könnten sie gleich wegflattern. 




Der Schmuck von Nina Trommen war für mich ein richtiges Highlight. Spinnennetze, Oktopusse, maritime Ketten. Einzigartig, individuell und spannend. Genau so soll es sein! 


Whoop, whoop - dieser süße Schleifchenring ist von einer gebürtigen Saarländerin. Sarah Kessler lebt allerdings jetzt am schönen Bodensee. Die Schleifchenringe gibt es auch in Weiß oder Rosé und sie sind ein echter Hingucker, ständig kam eine Besucherin an den Stand und wollte mal anprobieren. 




Einer der neuen Schmucktrends für 2015 sind hauchzarte und flexible Strukturen. Könnt ihr euch vorstellen, dass diese Halskette aus Silber ist? Hergestellt wurde sie von Uli Biskup Schmuck. Ich durfte sie mal anfassen und sie ist richtig dehnbar und gar nicht so zerbrechlich. Ein faszinierendes Schmuckstück!


Uhren-Trend: Rosa. Irgendwie hatte so ziemlich jede Uhrenmarke rosa Uhren anzubieten - find ich aber echt hübsch für den Frühling und Sommer! Die beiden Uhren oben sind vom Hamburger Label Pop Pilot - alle Uhren tragen Kürzel von Airports. Die rosa Uhr trägt das Kürzel MRS für Marseille Provence. Die Uhren unten sind von Nixon - klassisch und cool. Ich finde Nixon ist eine richtig tolle Marke!



Schnappschuss von der Pressekonferenz: Das schwedische Model Marcus Schenkenberg zeigt seine eigene Kollektion. 



Die wohl schönsten Besucher der Inhorgenta: Draußen auf dem Gelände schwammen haufenweise Schwäne, Gänse und Enten auf dem halbzugefrorenen Gewässer. 



Wie gefallen euch meine Highlights der Inhorgenta?





Donnerstag, 26. Februar 2015


Ich hatte in Amsterdam ein wenig mit dem Handy gefilmt und die Eindrücke könnt ihr euch gerne im Video anschauen! Wir übernachteten im Volkshotel Amsterdam - leider nur für eine Nacht, also hatten wir nicht viel Zeit in Amsterdam. Ich war allerdings schon zum dritten Mal in der Stadt und kenne sie schon ganz gut - hier Eindrücke von unserem letzten Ausflug in die holländische Hauptstadt!





Tag 1: Pannekoeken Boot

Pfannkuchen All You Can Eat während der Bootsfahrt? Ja, das gibt es in Holland! Wir spazierten zum Hauptbahnhof und fuhren eine Station mit der Gratis-Fähre bis zur Anlegestelle. Auf dem Pfannkuchenboot mochte ich besonders die herzhaften Pfannkuchen, obwohl ich die sonst nie esse. Dort waren sie hauchdünn, mit Speck gefüllt und einfach total lecker. Es gab alle möglichen Beilagen, sowohl süß als auch herzhaft. 

Das Pfannkuchenboot fährt täglich in Amsterdam, Rotterdam und Nijmegen. Am besten online reservieren! Das All You Can Eat kostet um die 18 Euro, Getränke nicht inklusive. 





Tag 1: De Wallen


Einmal hinter einem roten Fenster im Rotlichtviertel De Wallen sitzen? Das Prostitutions-Museum "Red Light Secrets" macht es möglich. Der Eintritt kostet normal 10 €, Off-Saison nur 8 €. Es lohnt sich allerdings, alle Fragen rund um das Gewerbe werden geklärt, es gibt viel zum Anschauen und Entdecken. Manches witzig, anderes erschreckend - mehr in meinem letzten Freitagspost

Das Rotlichtviertel De Wallen besuchte ich schon zum dritten Mal, man kann sich dort recht frei bewegen und muss trotz Drogendealern auf der Straße keine große Angst haben, einfach gut auf die Handtasche aufpassen und zu normalen Uhrzeiten unterwegs sein. U-Bahn Haltestelle Nieuwmarkt. 




Tag 2: De Hallen

De Hallen ist ein neues Projekt in der Nähe des Zentrums: Alte Tramhallen wurden ausgebaut zu Läden, einem Kino und einer Bücherei, den Foodhallen und vielen mehr. Es gibt auch ein Hotel direkt dort. In einem kleinen Laden in dem verschiedene Designer ihre Stücke verkaufen kaufte ich mir ein ganz süßes, günstiges Stirnband. Der Laden heißt "The Darling". Toll sind auch die Foodhallen. Das Angebot an leckerem Essen und Getränken ist riesig! Es gibt Mini-Kuchen, Austern, Schinkenbrote und frischen Minztee. I-Tüpfelchen: Überall Free WiFi!











Tag 2: De Bazaar, Beverwijk

De Bazaar war früher der größte europäische Schwarzmarkt. Der Markt liegt circa 15 Kilometer entfernt von Amsterdam, Richtung Küste. Er ist einfach riesenriesengroß und es gibt unheimlich viel Ramsch. Ich habe noch nie so viel Ramsch auf einem Haufen gesehen, es ist irre. Eine ganze Halle voller Faschingskram, Hallen voller Billig-China-Klamotten und uralten Elektro-Geräten. Wirklich empfehlenswert ist eigentlich nur der Obst- und Gemüsebereich. Dazu gibt es noch eine orientalische Halle, die etwas edler ist und Nüsse, Baklava oder Kronleuchter anbietet. 

Falls ihr euch das antun wollt: Der Bazaar hat Samstags und Sonntags von 8:30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Parkplätze gibt es genug (Ticket kauft man beim Rausfahren, ohne vorher eins zu ziehen!), aber auch eine Bahn fährt bis Beverwijk. 





Ich liebe Boho und Hippie Outfits – leider sind die im Winter gar nicht so leicht umzusetzen, deswegen freue ich mich jetzt umso mehr auf wärmere Temperaturen. Dann gibt es wieder mehr Looks wie diesen hier!

Bis dahin träume ich schon mal von hübschen Accessoires und schaue mich nach hippiemäßigen Stücken um. Besonders schöne Handtaschen im Boho Stil gibt es bei dem neuen Onlineshop Prettycoolbags – meine Favoriten sind von Marken wie World Family Ibiza, Campomaggi und Star Mela. Die Taschen sind sehr liebevoll bearbeitet und voller schöner Details. Die rosa Beuteltasche mit dem Quastenanhängern finde ich sehr süß. Viele dieser Taschen sind in Deutschland gar nicht oder nur schwer erhältlich.




Bilder von Prettycoolbags

In meiner Collage sind meine fünf Favoriten: Der braune Shopper von Campomaggi ist besonders praktisch und gut für längere Ausflüge, die Beuteltaschen sind günstiger und sehr verspielt und die Ibiza Bags sind besonders hochwertig und daher etwas teurer. Gefallen euch diese Handtaschen?


Hier ist noch eine kleine Auswahl meiner schönsten Hippie-Looks von letztem Sommer! Welches Outfit ist euer Favorit?













 
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