Montag, 20. Oktober 2014


Ich habe schon öfters Bücher auf dem Blog vorgestellt - das letzte Mal ist jetzt aber auch schon wieder eine Weile her. Diese beiden hier liegen mir besonders am Herz und deswegen möchte ich sie gerne kurz vorstellen!


Arezu Weitholz - Wenn die Nacht am stillsten ist

Es ist unerheblich, was die anderen wollen. Es geht nur darum, dass man in allem, was man tut, ehrlich mit sich ist. Alles andere ist mir egal. Ich will wahr sein.




Am Ende geht es um den Moment. Dieser Satz, dieses Denken, das zieht sich durch das Buch. Eigentlich weiß man gar nicht, warum Anna und Ludwig zusammen sind. Sie sitzt an seinem Bett und erzählt. Er kann sie nicht hören, denn er liegt bewusstlos im Krankenhaus. Ludwig wollte sich umbringen. Er, Ludwig, der überhebliche, oberflächliche Typ aus der Musikbranche. Das passt doch so gar nicht zu ihm. Genau so wenig wie Anna. Was ist schief gelaufen?

Bei dem Buch hat mich vor allem die Sprache der Autorin fasziniert, was kein Wunder ist, denn sie hat schon Texte geschrieben für 2raumwohnung oder Die Toten Hosen. So liest sich auch dieses Buch ein bisschen wie ein Song. Ein Song, der einen ziemlich ratlos zurücklässt. Der mit einer Frage anfängt und auch damit endet. Es geht um eine Generation, um unsere Generation, die sich nur um Oberflächlichkeiten und Konsum dreht - bis es aus dem Ruder läuft. 






Dave Eggers - The Circle



Falls ihr schon mal an eurem Facebook und Social Media Verhalten gezweifelt habt, solltet ihr dieses Buch lieber nicht lesen. Oder gerade deswegen. Jedes Mal wenn ich im Internet etwas poste, muss ich an "The Circle" denken. Dann frage ich mich, wie transparent ich eigentlich sein will, ob es zu viel ist, was ich von mir preisgebe.

Ich habe hier die englische Ausgabe gelesen, das Buch ist natürlich auch in deutscher Übersetzung erhältlich. Es geht um Mae, die in der größten amerikanischen Internetfirma anfängt zu arbeiten (Parallelen zu Google natürlich gaaar nicht beabsichtigt). Je länger sie dort arbeitet, umso mehr beginnt sich die Außenwelt zu verabschieden. Mae verliert den Bezug zur Realität, könnte man auch sagen. "The Circle" bestimmt ihr Leben komplett - bald nicht nur das ihre... 

Man spricht bei diesem Buch schon von einem Nachfolger von "Brave New World" oder "1984" - an seine Vorgänger kann es leider nicht ranreichen. Zumal diese Zukunftsversion wirklich sehr krass ist. Wenn man von dem überzogenen Ende absieht, ist es allerdings durchaus lesenswert!






Sonntag, 19. Oktober 2014

Ich kann mich noch genau an meine allererste Einladung zu einem Bloggerevent einladen – das war nämlich von Garnier, letzten November in Berlin. Das war damals ganz schön aufregend! Zum ersten Mal auf andere Blogger treffen, ein Event von einer großen Firma besuchen. Mittlerweile habe ich schon einige Events besucht und möchte gerne ein paar Tipps mit euch teilen – vielleicht steht euch bald euer erstes Event bevor?!



1. Viel Zeit
Die Bahn oder der Flieger machen fast immer Probleme. Deswegen niemals den letzten Zug nehmen und immer genügend Zeit einplanen. Auf dem Handy mit der Bahn App aktuelle Verspätungen im Auge haben und am besten Notfallpläne schmieden. Auf dem Rückweg vom Essence Bloggerevent in München trat bei mir nämlich der Worst Case ein: Züge fielen aus. Ich wäre mit Ach und Krach nach 2 Uhr nachts am Saarbrücker Hauptbahnhof angekommen. Also fuhr ich bis Mannheim, wo mich glücklicherweise meine Sis abholen konnte. Viele denken, Mannheim wäre in der Nähe von Saarbrücken. Ist es leider nicht – 135 Kilometer liegen dazwischen.






2. Kamera einpacken
Hört sich selbstverständlich an, aber viele Bloggerinnen vergessen ihre Kamera beim Event. Dabei ist es so viel schöner, nicht nur mit dem Handy Bilder zu machen! Achtet darauf, die Kamera gut zu verstauen. In der Handtasche kann schnell mal etwas auslaufen und dann ist sie hinüber. Gute Fotomotive sind die obligatorischen Mini-Cupcakes, neue Produkte und es ist auch schön, ein paar Bilder von sich und den anderen Bloggerinnen zu machen.




3. Akkuladegerät!!!
Kein Akku hält den ganzen Bloggertag aus. Stundenlanges instagrammen im Zug, Facebook-Updates beim Event, Whatsapp mit den Liebsten daheim. Bei Essence gab es sogar eine kleine „Ladestation“, Profis haben externe Akkugeräte dabei, die ohne Stromanschluss auskommen. Sowas brauche ich auch noch! Ladegerät habe ich selbstverständlich immer dabei.


4. Visitenkarten
Im besten Fall bekommt ihr vorm Event eine Teilnehmerliste zugemailt und benötigt eigentlich keine Visitenkarte. Es schadet aber nie eine Visitenkarte dabei zu haben. Bei Cewe-Print kann man beispielsweise sehr schöne, hochwertige Visitenkarten gestalten. Es gibt sehr viele schöne Design- und Layoutvorlangen, unter denen man beliebig auswählen kann. Was auch richtig super ist: Man kann schon fertig designte Karten als Datei dort hochladen und drucken lassen. Ich möchte mir demnächst auch ein paar neue gestalten!



5. Richtig vorbereiten

Beim Fashion Blogger Café in Berlin hatte ich mich leider nicht gut vorbereitet und deswegen ein paar interessante Vorträge verpasst. Viele der Sponsoren habe ich nur am Rande mitbekommen, weil ich so ins Quatschen vertieft war. Heißt für mich nächstes Mal: Mehr Zeit mitbringen und besser planen. Gleiches Problem beim letzten Beautypress Event: Ich hatte mir viele der Marken, die dort einen Stand haben, vorab nicht so genau angeschaut. Wenn ich mich besser vorbereitet hätte, dann hätte ich gezielter Fragen zu Produkten stellen können und mir Wunschprodukte zum Testen überlegen können. Das werde ich jetzt demnächst besser machen, denn das Event findet Ende Oktober wieder statt.





Habt ihr noch Fragen oder Ergänzungen zu meiner Checkliste?




Samstag, 18. Oktober 2014


Vreni hat mich gefragt ob ich bei ihrer Blogparade "Zeig mir dein schönstes Vintageteil" mitmachen möchte. Klar, denn das ist nicht nur eine tolle Idee, ich habe auch gerade mein erstes richtiges Vintage-Stück erobert! In Berlin besuchten wir den Flohmarkt am Arkonaplatz. An das Thema Flohmarkt musste ich mich erst herantasten, weil ich meist den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehe. Diese hübsche Handtasche hat mich allerdings angesprochen und für 8 Euro kann man auch nicht so viel falsch machen! Ich möchte gerne öfters auf Flohmärkten zugreifen - ich finde es ist schon spannend, wenn man darüber nachdenkt, wem wohl diese Handtasche mal gehört hat.

Der Rest des Outfits ist allerdings neu - die Jacke ist vom Shop Rosewe. Den blauen Teil mit der Kapuze kann man per Reißverschluss wieder abnehmen! Die Jogginghose habe ich bei Primark erwischt und sie ist so bequem. Ich finde man kann hübsche Jogginghosen auch in der kalten Jahreszeit gut mit Boots kombinieren.

Wie gefällt euch mein Look und geht ihr selbst gerne zu Flohmärkten?

EN: Vreni asked me to join her blog parade "Show me your favourite vintage piece", which is a great idea and I just found this cute vintage bag at a flea market. We visited the flea market at Arkonaplatz in Berlin this month. It's my first piece from a real flea market! 



Coat*: Rosewe
Jogger Pants: Primark
Shirt: Forever 21
Necklace: Forever 21
Bracelets: Forever 21
Vintage Bag: Flea Market
Boots: Duffy

Pictures by Christine















Freitag, 17. Oktober 2014



Wenn mehr als fünf Leute an einem Tisch sitzen, fange ich an mich abzukapseln. Ich fühle mich unwohl, unpassend, fehl am Platz. Früher hat mich das verwirrt, heute habe ich es akzeptiert. Wenn es geht, meide ich solche Situationen, wenn nicht, versuche ich früh zu gehen. Alkohol ist nicht wirklich eine Lösung, das habe ich schon versucht. Selbst nach zwei, drei Gläsern Wein will ich nur das Weite suchen. Partys ist etwas anderes, wenn laute Musik läuft, jeder tanzt und in seiner eigenen Welt ist. 

Gruppendynamik ist etwas, was mir schon immer Angst gemacht hat. Vielleicht habe ich zu oft "Die Welle" gelesen oder mir einfach zu viele Gedanken gemacht. In dem Buch geht es um einen Geschichtslehrer, der bei seinen Schülern auf Unverständnis bezüglich des Holocausts stößt. Also macht er ein Experiment. Er etabliert Disziplin im Unterricht, verhält sich autoritär. Er führt ein gemeinsames Symbol ein und verpflichtet die Schüler zu geschlossenem Handeln und dazu, neue Mitglieder anzuwerben. Das Experiment läuft aus dem Ruder. Die Schüler hören auf damit, eigenständig zu denken, kritisch zu hinterfragen. Sie werden aggressiv gegenüber Außenstehenden, fühlen sich "besser" als die anderen. Der Lehrer ruft eine Versammlung ein, klärt die Geschichte auf. "Ihr wärt alle gute Nazis gewesen". Der Roman beruht auf einer wahren Geschichte. Eine Geschichte, die mich nie wieder losgelassen hat. Weil ich mich oft frage - was wäre wenn? 







Menschen schließen sich Gruppen an, um sich verstanden und geliebt zu fühlen. Ein sicheres soziales Netz, ein Auffangbecken, ein Freundeskreis. Alles schön und gut. Ich merke allerdings immer wieder, wie schnell solche Gruppen damit anfangen, sich elitär gegenüber Außenstehen zu verhalten. 
Nehmen wir mal ein ganz simples, aber doch bedrohliches Beispiel: Ich würde niemals richtige Drogen konsumieren. Habe ich nie, werde ich nie. Vor einiger Zeit wurden mir solche in einer Gruppe angeboten, in der alle konsumierten. Ich habe überlegt. Ernsthaft überlegt. Das hat mich sehr geschockt. Die Situation hat mir nochmal die Stärke der Gruppendynamik vor Augen geführt. Wenn das alle tun, kann es ja nicht so schlimm sein, nicht wahr?! Doch. Das kann es.

Es ist der unbequeme Weg, den man als ewiger Außenseiter wählt. Immer alles zu hinterfragen. Für mich ist es der einzige Weg. 

Ich glaube, ich bin dieser ganzen Hinsicht das andere Extrem. In der Schule waren mir Cliquen suspekt, ich suchte Freundschaft zu den Ausgestoßenen und beförderte mich damit selbst ins Abseits. Meine Freundin in der Realschule war Jessi, sie hatte immer ihre Ratte dabei und trug stets Schwarz. Viele fühlten sich von ihr abgestoßen und genau das mochte ich an ihr. Ich war nie für längere Zeit in einem Verein, nie in einer Partei, Religionsgemeinschaft oder sonst was. Ich hatte nie einen großen Freundeskreis und bin niemals mit zur Klassenfahrt gefahren. Selbst wenn ich zu Blogger Events fahre, ist es für mich schwierig, in diesen großen Gruppen den Tag zu überstehen. Sowas geht immer für kurze Zeit, da macht es mir sogar Spaß. Aber den ganzen Tag?

Ich fühle mich manchmal schon ziemlich strange. Wenn ich in den Spiegel schaue, dann sehe ich im Vergleich zu Persönlichkeiten wie "Bonnie Strange" - der Queen der Strangeness - allerdings eher stinklangweilig aus. 


"Sometimes I pretend to be normal. But it gets boring. So I go back to being me."





Danke an Christine, weil sie meine verrückten Gedanken liest, 
an Lucia für den Luftballon und 
an Kalle, weil er immer alles möglich macht.





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Pictures by Christine










 
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